Schnittmusterbereinigung 4/12

… oder raus aus der Komfort-Zone! Im April habe ich einen Hoodie mit Kapuze und eine Kapuzenjacke mit Reißverschluss genäht. Unter meinen ausgedruckten Schnittmustern befand sich auch das eines Video-Kurses zum Thema „Hoodie und Kapuzenjacke aus Sweat nähen“, das ich vor ziemlich genau zwei Jahren erstanden habe. Aber dann immer wieder Gründe gefunden habe, eben doch nicht die Jacke mit Reißverschluss zu probieren 😉

Also habe ich erst einmal den Hoodie genäht. Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten (wenn man schon sehr lange keine Klamotten mehr gemacht hat, bekommt man offenbar Probleme, den Fadenlauf zu erkennen – ich hatte aber genug Stoff, und konnte doch noch alles richtig ausschneiden) war das Teil auch ruckzuck fertig.

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Kurz vor Schluss ist mir allerdings ein kleines Malheur mit der Öse passiert, aber das wurde im Nu wieder repariert 😉

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Das Video hätte man allerdings besser aufziehen können. Da immer zwischen Hoodie und Jacke hin- und hergesprungen wird, ist es schwierig, sich durchgehend und konzentriert mit einem Teil zu beschäftigen und wichtige Stellen erneut anzusehen, ohne lange suchen zu müssen. Gerade das Einnähen des Reißverschlusses in die Jacke sollte mit beiden RV-Seiten gezeigt werden. Einige Feinheiten, beispielsweise wo der RV unten am Bündchen enden muss und warum, erfährt man eher durch Zufall, nämlich wenn man aufmerksam verfolgt, wie die zweite Seite eingenäht wird. Außerdem wird sowohl beim Hoodie als auch bei der Jacke mit Besatz gearbeitet. Bei der Jacke gestaltet sich dieser aufwendiger und wird auch sehr gut besprochen. Beim Hoodie ist er nur an der Rückseite nötig und das Wissen um das Einnähen wird quasi vorausgesetzt. Selbst wenn man den Teil bei der Jacke genau unter die Lupe nimmt, ist noch nicht klar, ob und wie der Besatz beim Hoodie an der Schulternaht befestigt wird und wie das ganze dann am Ende aussehen muss. Mein Ergebnis hat jedenfalls gepasst, von der Außenseite konnte der Besatz dann auch gut abgesteppt werden.

Das Einnähen der Bündchen, bzw. die dazugehörige Overlock-Einstellung wird super erklärt, ich hatte noch nie ein so faltenfreies Ergebnis. Fühlt sich auch ganz toll an, wenn man reinschlüpft.

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Der Hoodie war also Mitte des Monats fertig, bzw. repariert und ich begann mit dem Zuschnitt der Jacke. Aus dem gestreiften Stoff habe ich mir letztes Jahr eine Jogginghose genäht und dachte mir, eine Jacke würde da noch gut dazu passen. Und am letzten Donnerstag bin ich dann endlich zum Nähen gekommen.

Die Jacke ist deutlich komplizierter als der Hoodie, alleine das Einnähen der halben Bündchen, der Kapuze mit dem hier kompletten Besatz und das Einnähen des Reißverschlusses erfordern viel Geduld. Außerdem Blut, Schweiß und Tränen. Wenn man dann ein tolles Teil hinbekommen hat, ist man leider noch nicht ganz fertig. Es fehlt das Absteppen des Reißverschlusses auf der Vorderseite. Damit der Reißverschluss quasi verdeckt ist, und der Besatz innen auch gut anliegt. Im Video wird an einer Vorderseite oberhalb des Bündchens begonnen und um die Kapuze herum bis zum Beginn des Bündchens am anderen Vorderteil genäht. Diese letzte Aktion kann dann das komplette Werk ruinieren…
Ich habe bestimmt zehnmal wieder aufgetrennt und von vorne begonnen, weil
– die Naht schief geworden ist,
– der RV nicht schön verdeckt wurde,
– Stiche plötzlich ausgelassen wurden weil die Nadel erneuert werden musste,
– der Besatz an mehreren Stellen nicht mit gefasst wurde,
– …
Beim letzten Versuch habe ich eine Linie mit dem „Air Erasable Pen“ aufgemalt und diese nachgenäht. Nicht um die Kapuze herum, nur die Vorderseite vom Bündchen bis zur Kapuze. Ein paar Falten sind zwar entstanden, aber Nerven zum erneuten Auftrennen waren keine mehr da. Muss jetzt so gehen. Die Kordel fehlt noch, aber das ist ja nur noch das Tüpfelchen auf dem i 🙂

Beim Besatz habe ich mir erlaubt, die Waschhinweise sozusagen mit einzunähen.

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Hier sieht man, wie der Reißverschluss sich oben sehr gut zwischen die seitlichen Vorderteile einfügt. Außerdem den Besatz innen am Armloch und von außen abgesteppt.

Die Taschen vorne fügen sich von den Streifen her perfekt in ihre Umgebung ein.

Fazit: In diesem Monat habe ich bei meiner Schnittmusterbereinigung sehr viel dazugelernt. Das Schnittmuster wurde dennoch entsorgt. Ich habe in meinen Dateien noch weitere Jackenschnittmuster entdeckt und auch wenn der Hoodie bei dem regnerischen und windigen Wetter ein toller Begleiter ist, werde ich mir eher eine andere Variante nähen. Dabei lernt man immer neue Sachen.

Außerdem habe ich Lust bekommen auf ein neues Großprojekt. Schon lange will ich ein Kleid aus Webware mit nahtverdecktem Reißverschluss nähen. Vielleicht ist es ja in diesem Sommer so weit?

Bis demnächst,
Sonja 😉

Einschulung

Heute Nachmittag ist es so weit: Frederik hat seinen Einschulungstermin! In weniger als zwei Stunden geht es los. Während ich die Formalitäten erledige, um danach Kaffee und Kuchen in der Aula zu genießen, darf Frederik eine dreiviertel Stunde „Schnupperunterricht“ mitmachen. Am Elternabend haben die Lehrerinnen erzählt, dass es um eine Geburtstagsfeier geht. Und wenn er damit fertig ist, will er unbedingt wieder in den Kindergarten zurück… Mal sehen, ob die Energie dafür noch ausreicht 😉


In den letzten drei Tagen habe ich es endlich geschafft weitere vier Blöcke für den Shimmerquilt zu nähen. Mein Plan, dies so aufzuteilen, dass ich jede Woche einen mache, hat leider nicht funktioniert. Das muss im nächsten Monat anders werden!

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Für das Zuschneiden der farbigen Teile hat ein Abend gereicht. Ca. fünf Stunden habe ich gebraucht, um alle Teile so weit zusammen zu nähen, dass ich von jedem Block drei Reihen hatte. Für diese vier mal drei Reihen habe ich letztendlich auch noch einmal drei Stunden gebraucht. Hier muss wirklich sehr gut gesteckt werden, sonst kommt man an mehrmaligem Auftrennen nicht vorbei.


Den halbfertigen „Carpenters Wheel“ habe ich dann glücklicherweise auch endlich fertig gestellt. Mehr dazu gibt es hier.

Dann fehlt für diesen Monat nur noch meine Reparatur (das Schmuckkästchen ist noch kaputt, der hiesige Baumarkt hat leider umgeräumt und ausgerechnet Ziergriffe aus dem Sortiment genommen) und die Schnittmusterbereinigung.

Aber jetzt ist erst einmal Schuleinschreibung und heute Abend ein Erste-Hilfe-Kurs für die Hilfe am Kind angesagt.

Bis demnächst,
Sonja 😉

UFO-Aufbau-Verhinderungsstrategie in Zeiten des Fieberwahns

Bevor ich mich an die neuen Blöcke des Shimmerquilts machen kann, muss ich unbedingt noch ein paar Sachen beenden, die mit dem Row by Row vom letzten Jahr zusammenhängen. Es gab ein paar Blöcke, bzw. zusammengenähte Stücke, die aus Abfallschnipseln und aus falschen oder reichlich ausgeschnittenen Elementen entstanden sind (weil die Anleitung nicht richtig gelesen wurde). Ich weiß, dass diese Teile nicht auf Teufel komm raus eine Verwendung finden müssen, ich benutze sie allerdings gerade als Übungsstücke zum Quilten.

Den Anfang macht die zusätzliche, anders aneinandergenähte Zickzackreihe, die ich in den letzten beiden Wochen fertig gestellt habe, um wieder reinzukommen – und endlich den Row by Row zu beenden. Wer sich dafür interessiert, sollte unbedingt hier klicken!

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Oberhalb der Zacken im Hintergrund habe ich Pebbles gequiltet. Das obere Teil der Zacken habe ich in allen drei Reihen gleich gemacht und mit einem Abstand von etwas mehr als 1/4 “ vom Rand weg mit dem Pseudoquiltstich gequiltet. Im unteren Teil der Zacken habe ich ganz einfach gerade Linien ausprobiert. Erst senkrecht, dann waagrecht, dann schräg. Im Sashing und in den Randstreifen habe ich Quiltstiche meiner Maschine ausprobiert. Als Schuhunterlage ist mir das definitiv zu schade, es wird als Tischdeckchen für den Wohnzimmertisch verwendet und passt hervorragend zu meiner neuen Decke 🙂


Dies ist ein weiteres Überbleibsel. Beim Zusammennähen habe ich hier drauf geachtet, dass der Rand annähernd 4“ breit ist, ich wollte nämlich unbedingt meine „Feder-Schablone“ ausprobieren. Das hat Spaß gemacht 😉
Und ging auch wahnsinnig schnell. Die Dreiecke haben nicht für die gesamte Länge gereicht, deshalb wurde oben und unten ein leeres Dreieck als Fortsetzung gequiltet.

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Auf der Rückseite fällt das gar nicht auf. Da habe ich übrigens den Rest vom Row By Row Binding eingenäht, nachdem ich die Rückseite etwas zu schmal ausgeschnitten hatte…

Bei diesem Miniquilt fehlt noch das Binding. Ich werde es wahrscheinlich auch eher scrappy gestalten. Grau ist schon ausreichend vorhanden.


Und falls wir jetzt nicht wieder einer nach dem andern krank werden, wie schon Ende Februar (letzte Woche hat es Benjamin erwischt, am Sonntag Frederik, am Montag mich), dann kann ich auch in diesem Monat noch etwas reparieren, ein altes Schnittmuster ausprobieren, vier Blöcke für den Shimmerquilt machen und endlich den neuen Block fertig stellen…

Oh je, es gibt also viel zu tun. Auf geht’s!

Bis demnächst,
Sonja 😉

Shimmer block-a-long

Im Januar habe ich bei Allison von Cluck Cluck Sew gelesen, dass sie einen block-a-long veranstaltet: Von Februar bis Juni werden jeden Monat 4 Blöcke genäht und dann im Juli zu einem relativ großen Top zusammengenäht. Der Block dafür heißt „Shimmer“ und wenn mehrere davon kombiniert werden, sieht das Ergebnis richtig cool aus 😉

Anfang Februar habe ich hin und her überlegt, ob ich da mitmachen soll. Der Block sah sehr kompliziert aus. Dann kam aber der Propeller und ich dachte mir, wenn man den nähen kann, dann geht der Shimmer-Block auch. Schnell war der erste Probeblock genäht und ich war infiziert.

Vor zwei Wochen habe ich dann in einigen Stunden erst einmal alle benötigten Teile des Hintergrundstoffs (in diesem Fall weiß) ausgeschnitten. Dann ging es weiter mit den vier Blöcken für den Monat Februar. Und hier hat tatsächlich auch die im Blog beschriebene Methode mit dem Washi-Tape funktioniert. Außerdem reicht es, wenn man erst beim finalen Zusammennähen der drei Reihen viele Stecknadeln benutzt und alles gut positioniert. Alles, was vorher kommt, kann – wenn man gut ausgeschnitten, bzw. die HSTs richtig getrimmt hat – sehr gut ohne Nadeln zusammengenäht werden. Das kommt mir sehr gelegen.

Damit kann ich ordentlich Stoff abbauen. Und nachdem dieses Projekt im August oder September abgeschlossen werden kann, habe ich auch schon ein Weihnachtsgeschenk für irgendeinen lieben Menschen.

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Im März werde ich immer mal wieder einen Block nähen, wenn gerade Zeit ist und dann gegen Ende des Monats alle vier Blöcke zeigen.

Ab Morgen ist erst einmal Fasching angesagt. Drückt uns die Daumen, dass bis Samstag alle wieder gesund werden, bzw. gesund bleiben! Und dass das Wetter hält…

Bis demnächst,
Sonja 😉

Schnittmusterbereinigung 2/12

Im Februar hatte ich aufgrund der vielen Rehkostüme und anderer widriger Umstände weder Zeit noch Muse für ein großes Schnittmusterbereinigungs-Experiment. Glücklicherweise wartete die „Panty Eve“ von pattydoo schon seit Jahren ausgedruckt und geklebt auf ihren Einsatz in der passenden Größe. Das Schnittmuster ist übrigens gratis und in einem tollen Video wird jeder Schritt sehr gut erklärt – man muss es nur genau ansehen, aber dazu später mehr. Alles wird im Video mit der normalen Nähmaschine genäht. Das wollte ich auch!

Zunächst habe ich mein allererstes, mittlerweile viel zu großes Party.KLEID (genäht Weihnachten 2015) aus weißem Jersey mit roten Sternen zerschnitten und aus den Ärmeln und dem oberen VT bzw. RT die Hosenteile ausgeschnitten. Schon da ist der erste Fehler passiert, das Rückteil wird zwei Mal benötigt, und ich hatte den Fadenlauf nur einmal richtig berücksichtigt. Das neue ausgeschnittene Teil war korrekt und es ging ans Zusammennähen. Ich habe es zuerst mit der Nähmaschine versucht, dann aber schnell gemerkt, dass ich lieber doch die Overlock dafür nehmen sollte. Mein elastischer Zierstich, mit dem ich die verkehrten Seiten des Rückteils zusammengenäht habe, hat die beiden Stofflagen eher aufeinander gefaltet und dann irgendwie fixiert – außerdem hat mir das alles zu lange gedauert. Deshalb wurde wieder getrennt, die Overlock aufgestellt, erneut – falsch – zusammengenäht und erst jetzt beim Weitermachen habe ich bemerkt, dass das so gar nicht passen kann. Also habe ich noch mal zwei Teile für das Rückteil zugeschnitten… An dieser Stelle habe ich mir das Video noch einmal komplett angesehen, um auch ja keinen weiteren Fehler einzubauen.

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Vorderteil, zwei neue Teile für die Rückseite, falsch zusammengenähtes Rückteil

Das hätte auch beinahe geklappt, leider musste der Gummi wieder entfernt werden, weil ich da einen kleinen Denkfehler bezüglich des Umklappens hatte…

Das gute Stück ist dennoch fertig geworden – und hätte perfekt zu meinem Kleid gepasst 🙂

Fazit: Eine Panty zu nähen ist ein nettes Projekt für Jersey-Stoffreste, die ja im Prinzip immer von größeren Projekten abfallen. An den Sitz muss man sich gewöhnen. Dass der Gummi so hervorragend angenäht werden kann und beim Tragen kaum bemerkt wird, hat mich erstaunt. Dieses Schnittmuster habe ich zwar entsorgt, sollte ich jedoch jemals wieder eine Panty nähen, kann es wirklich sehr schnell vorbereitet werden (die Nahtzugabe ist auch schon drin!).

Und morgen zeige ich euch, was ich in diesem Monat unbedingt beginnen musste.

Bis demnächst,
Sonja 😉

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