Reparieren von 12 bis 12

Als ich im August hier geschrieben habe, dass weit und breit keine Reparaturen in Sicht sind, hat mir meine Cousine auf einem Familientreffen ihre Lieblingstasche gegeben, mit der Bitte, doch die ziemlich ausgefransten Henkel zu ersetzen. Das sah machbar aus und in meinem Kopf gab es zu diesem Zeitpunkt eine ziemlich genaue Vorstellung, wie man das erledigen könnte: Futtertasche an der Wendeöffnung trennen, betreffende Stellen zwischen Futtertasche und Außentasche trennen, damit das alte Gurtband entfernt werden kann. Neues Gurtband erstellen, einsetzen und alles wieder schließen.

Kaum begonnen, mussten alle Pläne über den Haufen geworfen werden 😉 Die Wendeöffnung ließ sich noch sehr leicht trennen. Die Futtertasche war dann allerdings so gut an der Außentasche fixiert, dass sich die Innentasche im Laufe des Auftrennens in ihre Bestandteile zerlegt hat. Das Gurtband war aber immer noch da… Der Ansatz wurde an der Außentasche mehrfach übernäht, damit alles ganz toll zusammenhält.

Das war der Zeitpunkt, an dem ich mir nicht mehr sicher war, ob es sich überhaupt lohnen würde, die Tasche noch zu reparieren… Kurzerhand suchte ich in meinen Patchworkboxen nach einem farbenfrohen Charm Pack und es wurde drauf los improvisiert. Ich stellte zwei Seitenteile in der ungefähren Größe der Originaltasche und einen Mittelstreifen her. Diese wurden dann auf Thermolam geklebt und mit mehrfarbigen Ziernähten versehen. Vor dem Zusammennähen nahm ich noch die Maße für die Innentasche ab. Darauf wurden zwei Aufsatztaschen befestigt, ein Karabinerhaken an einem Webband mit eingenäht und ein kleines Label angebracht.

Die Futtertasche und die beiden Henkel wurden aus steingrauem Baumwollstoff genäht. Einen Verschluss habe ich mir auch überlegt: Ein kleineres Stück Gurtband, versehen mit Snappap und Druckknopf, das durch eine Gummikordel gezogen werden und weiter unten an der Gegenseite befestigt werden kann.

Ich war ziemlich zufrieden mit der Ersatztasche, aber die alte Tasche hat mich irgendwie nicht losgelassen…

Also habe ich mich noch einmal drangesetzt und von vorne begonnen. Zuerst wurde der obere Rand zurückgeschnitten. Dann alle kaputten Absteppungen auf der Außentasche getrennt und mit einer ähnlichen Farbe neu genäht. Als ich die Maße für die Innentasche hatte, durfte die Außentasche sich in der Waschmaschine einmal durchkneten lassen. Für die Innentasche wurde der Rest eines weißen Lakens verwendet, die rosafarbene Aufsatztasche passt perfekt zum Außenstoff und ist etwas größer als das Original. Das graue Gurtband habe ich auf der Außenseite mit einem farblich passenden Webband versehen.

Bis auf ein paar kleinere Abschürfungen am Boden sieht die Tasche eigentlich auch wieder wie neu aus und kann sicherlich noch lange getragen werden!


Der Sommer hat ja jetzt doch noch kurz vorbei geschaut! Die letzte Woche haben wir eher gemütlich gestaltet: Nach der endgültigen Verabschiedung aus dem Kindergarten haben wir mehrmals den Schulweg geübt. Im Garten und mitten in der Stadt ausgezeichnetes Eis genossen, Radtouren durch Wald und Feld unternommen, ein kleines Lagerfeuer am Abend und Ausflüge auf die Spielplätze in der Umgebung gemacht.

Heute war mein letzter Ferientag, aber wenn ihr seht, was ich in der letzten Schulwoche bekommen habe, könnt ihr euch sicher vorstellen, dass ich mich auf das neue Schuljahr und die Kinder sehr freue 🙂

Bis demnächst,
Sonja 😉

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Die Barfuß-Tage sind gezählt

Heute war nach allen Prognosen der letzte warme Tag dieses „Sommers“. Wir haben uns noch einmal in kurze Klamotten geworfen und eine Fahrt auf die Felder unternommen. Nur der Mais steht noch, alles andere wurde schon abgeerntet. Und ein paar Barfußrunden im Garten waren auch noch drin 😉

In der letzten Woche waren die Kinder drei Tage mit Oma und Opa und dem Wohnmobil auf dem Schwarzfelder Hof in Leipheim. Dort haben sie Wanderungen zur Straußenfarm unternommen, Tiere gefüttert und unzählige Karten für die Daheimgebliebenen geschrieben.

Hier wurde die freie Zeit natürlich gut genutzt: für zwei Besuche im Fitness-Studio, eine Walkingrunde nach Hegelhofen, das Quilten des Skillbuilders und diverser kleiner Projekte. Aber vor allem wurde die herrliche Ruhe genossen…
Und Inventur gemacht. Na ja, das Stoffregal wieder einmal richtig aufgeräumt und alles was beschriftet werden kann, mit einem Label versehen. Sieht gleich viel ordentlicher aus.

Benjamins letzte Kindergartenwoche ist angebrochen, da müssen wir in der rechten Gruppe auch noch ein paar Mugrugs verteilen.

Morgen seht ihr, wie es mit der UFO-Beseitigung vorangegangen ist!

Bis demnächst,
Sonja 😉

Tiergarten Ulm

Da waren wir schon lange nicht mehr, deshalb stand ein Besuch im Aquarium bei den Jungs ziemlich weit vorne auf der Ausflugsliste. Gestern haben wir uns spontan einen Platz gebucht und durften um 13:30 Uhr einchecken. Wir haben erstaunlicherweise sehr viel gesehen, die Kinder halten es nun doch länger als drei Sekunden vor einem Fenster aus und suchen interessiert nach einem Tier, falls sie gar keines entdecken 🙂 Bei unseren ersten Besuchen war das Motto eher „So schnell wie möglich durchrennen, draußen gibt es einen Spielplatz!“

Dabei habe ich einen Fisch entdeckt, der mir sehr gut gefallen hat: Der Pyjama-Kardinalbarsch, er sieht aus wie ein Patchworkfisch.

Auf unserem Rundgang ist uns das erste Mal eine riesige Bananenstaude aufgefallen, die eine Menge Früchte getragen hat. Gesehen haben wir außerdem sich sonnende Lamas (oder Alpakas), blökende Schafe und meckernde Ziegen, eine stolze Pfauenmama, die mit ihrem Nachwuchs durch den Park gelaufen ist, laute Papageien und ein schlafendes Känguru.

Anschließend wollten wir einen nahegelegenen Abenteuerspielplatz aufsuchen. Leider sind wir zuerst in die falsche Richtung gelaufen.

Nach etwa einer halben Stunde durch die Friedrichsau kam der Spielplatz in Sicht – er war leider ziemlich gut besucht. Also haben wir abgemacht, dass wir es bei etwas schlechterem Wetter noch einmal versuchen (ich habe mir auch notiert, wie wir da ohne Umweg hinkommen: Man muss beim Tiergarten rechts abbiegen und dem Bibererlebnispfad folgen…)

Bis demnächst,
Sonja 😉

Endlich 6 Jahre alt!

Was hat er auf diesen Tag hin gefiebert – Benjamin hat seinen Geburtstag am Samstag mit vier Kindern im Garten gefeiert. Inmitten von Schokoladekuchen, einem Geschicklichkeitsspiel mit Wasser, Versteckspielen und Abendgrillen haben sich alle hervorragend amüsiert. Auch uns hat es gefallen, wir werden von Jahr zu Jahr etwas relaxter, wenn ein magisches Datum naht 😉 Und Frederik ist sowieso der beste Animateur!

Am nächsten Tag durfte die Verwandtschaft zum Obstkuchenessen kommen und heute hat er im Kindergarten noch einmal gefeiert (mit Apfelstreuselkuchen) und ein ganz tolles Geschenk bekommen:

Bis demnächst,
Sonja 😉

Vorhang auf!

Heute ist es etwas abgekühlt, das Atelier kann wieder ohne Schweißausbruch betreten werden, also zeige ich euch meine Vorhang-Erfahrungen der Monate April und Mai.

Im letzten Jahr hat Tante Ingrid ca. zwei Meter tannengrünen Nickistoff vorbeigebracht, der jetzt endlich seine Bestimmung gefunden hat: Die Vogelbeobachtungsstation hat dringend Vorhänge benötigt, damit die Gucklöcher bei Bedarf auch verdunkelt werden können. Es sind ja nicht alle Gartenbewohner so zutraulich wie die Blaumeisen, die gerade den Balkon auskundschaften. Dafür wurde ausgemessen, abgeschnitten, umgenäht. Aus übrig gebliebenen Bindings habe ich kurzerhand Bänder genäht und diese in 10 cm bzw. 15 cm Stücke geschnitten. Diese Stücke wurden dann als Schlaufen an der Oberkante angebracht.

Fertig waren also die Vorhänge, nun galt es, dem Opa mitzuteilen, wie wir uns das weitere Vorgehen vorstellen. Er hat dann den Auftrag erhalten, möglichst aus vorhandenen Materialien über jedem Fenster Vorhangstangen anzubringen. Dies wurde innerhalb kürzester Zeit bravourös gemeistert. Jede Stange jetzt kann ganz einfach abgenommen werden, wenn die Vorhänge mal dreckig werden sollten – oder die Maus dazu beiträgt, dass ich neue Vorhänge aus gelbem Nickistoff nähen darf…


Und dann war da noch die Vorhangreparatur bzw. komplette Neugestaltung bei Oma Haia. Alles begann im März, als Benjamin auf dem Fensterbrett im Wohnzimmer beim Fliegenfangen abgerutscht ist. Glücklicherweise konnte er sich elegant abfangen, indem er den Vorhang als Liane benutzte. Da sind dann die Plastikaufhänger abgerissen. Diese wurden durch Aufhänger aus einem anderen Vorhang ersetzt, bei dem ein großes Loch bemerkt wurde, entweder ein Katzenkletterversuch oder Materialermüdung – und ich habe beschlossen, neue Vorhänge zu nähen.

Der Stoff samt Zubehör (zehn Meter weißer, glitschiger Voile, der von mir in vier fast gleich große Teile zurechtgeschnitten wurde) war Mitte April im Atelier. Als die Nähmaschine Mitte Mai wieder von der Reparatur zurück war, habe ich innerhalb von zwei Tagen vier Vorhänge und genäht und eigenhändig aufgehängt. Das Kräuseln mit dem Kräuselband hat sehr gut funktioniert und das mittelschwere Bleiband hält den Vorhang auch bei Starkwind in der Senkrechten.


Heute war übrigens Tag 462/x. Am Freitag ist die Schule wieder in den Präsenzunterricht gestartet. War das ein Verkehr beim Hinunterfahren! So viele Schüler – auch Größere – hat man schon lange nicht mehr frühmorgens auf der Straße gesehen. Letzten Dienstag wurde ich zum zweiten Mal geimpft, mein Bauchgefühl hat sich nach kurzer Beratung im Impfzentrum für Biontech entschieden und ich durfte dieses Mal in eine Kabine mit einem roten Dreieck gehen. Schüttelfrost und Fieber waren allerdings die lästigen Begleiterscheinungen. Aber nach sehr viel Ausruhen, Schlafen und Rumsitzen ging es mir schon 50 Stunden nach dem Pieks fast wieder sehr gut.

In der kommenden Woche werden im Kindergarten die Schultüten gebastelt, das Geschenk der Vorschulkinder an den Kindergarten ist gerade in der Umsetzung und morgen feiert Opa Günter seinen 75. Geburtstag.

Im Garten sieht es wieder ziemlich bunt aus, Blumen, Obst und Gemüse wachsen vor sich hin, sofern man das Gießen nicht vergisst. Und vor beinahe zwei Wochen waren wir mit Cousin und Cousine am Schallerweiher und haben Enten beim Streiten beobachtet und ein Froschkonzert angehört.

Dekoriert für die EM haben wir auch, am Samstag ca. zehn Minuten vor Spielbeginn. Ist ja dann doch noch gut ausgegangen 🙂

Bis demnächst,
Sonja 😉