Schnittmusterbereinigung 7/12

Wir haben Benjamin lange vor seinem vierten Geburtstag erzählt, dass dann der Kinderwagen verschenkt wird und er zukünftig mit dem Laufrad fahren muss. Alle Versuche, den Wagen schon vorher abzuschaffen sind gründlich gescheitert. Meistens war er nach dem Mittagessen im Kindergarten so kaputt, dass er einen Mittagsschlaf halten musste und das Heimfahren war – gerade aufgewacht – eine einzige Qual.

Seit dem sechsten Juli jedoch haben wir den Wagen nicht mehr benutzt. Das war der erste Tag, an dem Benjamin mit dem Laufrad in die Stadt gefahren ist – wir zu Fuß hinterher. Und seitdem ist auch der Weg in den Kindergarten und zurück kein Problem mehr.

Mir allerdings fehlte plötzlich die Möglichkeit, eine Menge Dinge der Kinder mitzunehmen, ohne alles selbst tragen zu müssen (Bilder, Gebasteltes, Schuhe, Wechselkleidung, Spielzeug, und am Wochenende Gemüse und Obst vom Markt). Deshalb habe ich mich endlich dazu durchgerungen, den Rucksack Ukko von sitztwackeltundhatluft zu nähen. Mit der alten Maschine eine echte Herausforderung. Mehrere Lagen liegen ihr nicht so gut.

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Das Zuschneiden der einzelnen Teile hat gefühlt eine Ewigkeit gedauert. Dann wurde alles ein bisschen verziert und an meine Anforderungen angepasst. Die Rückseite wurde mit zwei Schichten Thermolam gequiltet. Für alle anderen verstärkten Teile wurde Vlies H630 verwendet. Der Boden besteht aus einer Schicht Thermolam und Schabrackeneinlage. Die Seitentaschen wurden vergrößert und oben mit einem Gummizug versehen. Jetzt passen auch die Tupper-Flaschen rein (andere Plastikflaschen haben wir nicht mehr, seit über einem Monat benutzen wir nur noch Glas 😉 ). Bei der vorderen Aufsatztasche habe ich einen Karabiner für den Schlüssel angebracht – ein weiterer Karabiner mit Webband befindet sich bei der Innentasche. Die Lasche aus Gurtband an der Aufsatztasche ist so stabil befestigt, dass sie einen großen Karabinerhaken halten kann, an den man dann beispielsweise eine Kindergartentasche anhängt.

Die komplette Tasche wurde in anthrazit-senfgelb gestaltet mit einem wasserfesten Taschenstoff von farbenmix. Die Webbänder und das Gurtband wurden auch auf diese Farben abgestimmt. Und obwohl die Tasche wahrscheinlich niemals an einem Kinderwagen hängen wird, habe ich an den Seitenteilen oben eine Aufhängemöglichkeit angebracht. Die ist aber für den Bollerwagen. Ich liebe es, wenn Dinge ihren festen Platz haben und man sie unterwegs nicht so leicht verlieren kann.

Es passt wirklich viel rein – heute habe ich eine Kindergartentasche, zwei Kissen, zwei Regenjacken, ein Bild, zwei „Raupen“ aus dem Pappteil einer Küchenrolle und ein Herz aus Bügelperlen darin untergebracht und sicher nach Hause gefahren.

Fazit: Ein toller Rucksack! Und obwohl ich so schnell keinen Rucksack mehr brauche, wird das Schnittmuster aufgehoben. Vielleicht gibt es ja in der Verwandtschaft noch jemanden, der gerne mit dem Rad fährt – dann würde ich eine Variante aus Canvas machen.

Bis demnächst,
Sonja 😉

Schnittmusterbereinigung 6/12

Auch wenn mein Monatsprojekt im Juni unter keinem guten Stern stand – mir fehlt immer noch meine Maschine – habe ich tatsächlich ein paar Papierschnittmuster entsorgen können. Aber vor allem auch schon abgepauste Schnittmuster bis zur Größe 86/92.

Im „Ausgedruckt und geklebt“-Sortiment habe ich „Mini-Bene“ von Rockerbuben gefunden. Der Schnitt geht bis Größe 98/104, anschließend muss man auf „Bene“ ausweichen. Ich liebe diesen Schnitt! Er lässt sich herrlich aus Resten zusammensetzen. Kunterbunt oder mit wenigen ausgewählten Unis. Oder mit gemustertem Stoff. Dieser Schnitt war einer der ersten, den ich für meine Jungs gekauft habe. Und neben „Leo“ von Pattydoo habe ich ihn einige Male genäht. Er wird auch sehr gerne von den Jungs getragen. Deshalb habe ich für Benjamin ein Geburtstagsshirt genäht, das konnte nicht auf die Reparatur der Ambition warten, denn am Mittwoch muss es ja einsatzbereit sein. Schon das Applizieren der Zahl auf der Vorderseite war eine Herausforderung mit der alten Maschine. Die ungewohnte Nadelposition beim Zickzackstich hat mich etwas verwirrt, dennoch hat das Aufnähen mit dem Obertransportfuß gut geklappt und kaum nennenswerte Wellen auf der Vorderseite verursacht.

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Saum und Ärmelsaum habe ich mit einem elastischen Zierstich der Maschine gemacht. Er gefällt mir sehr gut. In den nächsten Tagen werde ich mich einmal hinsetzen und auch für diese Maschine alle möglichen Stiche und vorhandenen Füße ausprobieren…

Hier ist das Shirt – noch ungetragen und ohne Flecken vom Schokoladenkuchen 😉

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Für mich habe ich in den gleichen Farben und einem gemustertem Rest dann auch noch etwas zugeschnitten.

Was das genau wird, zeige ich, wenn es fertig ist. Das Einschlagen einiger Ösen hat mich schon wieder Nerven gekostet. Außerdem ist es hier im Atelier mit beinahe 30 Grad viel zu heiß, um Anleitungen zu verstehen.

Fazit: Der Ausdruck „Mini-Bene“ wurde in die Papiertonne geworfen. Vorher habe ich natürlich das T-Shirt auf Folie übertragen, es wird sicherlich noch öfters genäht im nächsten Kindergartenjahr. Und dann wird auf „Bene“ umgestiegen…


Im Städtle war heute Chorfestival und die Kindergärten durften als erstes auftreten. Um 13:00 Uhr, glücklicherweise im Schatten des Rathauses. Frederik stand beim Singen direkt hinter einem Mikrofon, er hat es allerdings sehr gut gemacht 🙂

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Bis demnächst,
Sonja 😉

Schnittmusterbereinigung 5/12

Im ersten Drittel des Monats waren wir auf einem 40er Geburtstag eingeladen, bei dem ganz oben auf der Wunschliste „Schotter, Zaster, Moneten“ stand. Diese wollten natürlich auch schön verpackt werden, deshalb beschloss ich, eines meiner zahlreichen Schnittmuster für Geldbeutel hervorzukramen und loszulegen.

Der erste Versuch war der Männergeldbeutel „Zeus“. Ohne Schnickschnack und einfach zusammenzusetzen. Er kann aus robustem Material erstellt werden und enthält in der schwierigen Version ein Reißverschlussfach für Münzen, ein großes Fach für Scheine und sechs Kartenfächer.

Zudem ist er wirklich schnell genäht und deshalb ideal als „Geschenkverpackung“. Natürlich musste ich wieder experimentieren. Das Reißverschlussfach wird ohne Futter genäht, irgendwie hat mir das nicht gefallen und ich habe ein weißes Futter hinzugefügt. Dadurch ließen sich allerdings die oberen Ecken nicht mehr so schön herausarbeiten und der Aufsatz mit den Karten war ein bisschen zu groß. Aus diesem ersten Versuch ist deshalb ein Mäppchen geworden.

Das zweite Reisverschlussfach habe ich dann tatsächlich ohne Innenfutter genäht, aber gleich etwas größer zugeschnitten. Jetzt ist das Außenteil größer als der Aufsatz mit den Steckfächern und alles fügt sich harmonisch zusammen.

Diese Geldbeutel-Mäppchen-Kombination wurde dann doch nicht verschenkt. Ich habe beim Aufräumen im April ganz hinten im Regal SnapPap und Kulörtexx in großer Menge entdeckt und die Anleitung von Pattydoo hergenommen um mit diesem Material zu experimentieren. Der erste Geldbeutel ist aus blauem Kulörtexx entstanden. Kaum hatte Frederik ihn entdeckt, wollte er natürlich auch einen Geldbeutel haben. Und da ich ja noch in der Probierphase war, habe ich ihn ihm geschenkt. Daraufhin wollte Benjamin natürlich auch einen. Parallel zum seinem hellblauen Geldbeutel habe ich dann noch einen in braunem SnapPap ausgeschnitten und auch zusammengenäht. Das geht auch ziemlich fix, sobald man sich an die Eigenheiten des Materials gewöhnt hat. Das SnapPap fand ich in der Verarbeitung ein bisschen besser, weicher, formbarer. Der braune wurde letztendlich gefüllt verschenkt und die beiden anderen warten im Kinderzimmerregal auf einen Einsatz.

Mein Fazit in diesem Monat: Das Schnittmuster der SnapPap Geldbörse darf bleiben. Daraus kann man wirklich sehr spontan ein tolles Geschenk herstellen. Mit der richtigen Verzierung, bzw. schönen Webbändern lässt sich ein sehr persönlicher Geldbeutel erstellen. Das Schnittmuster des Männergeldbeutels Zeus wandert jedoch in die Papiertonne. Mir ist aufgefallen, dass ich hier noch mindestens fünf Schnittmuster zu diesem Thema liegen habe. Die wollen ja auch einmal genäht werden.

Bis demnächst,
Sonja 😉

Schnittmusterbereinigung 4/12

… oder raus aus der Komfort-Zone! Im April habe ich einen Hoodie mit Kapuze und eine Kapuzenjacke mit Reißverschluss genäht. Unter meinen ausgedruckten Schnittmustern befand sich auch das eines Video-Kurses zum Thema „Hoodie und Kapuzenjacke aus Sweat nähen“, das ich vor ziemlich genau zwei Jahren erstanden habe. Aber dann immer wieder Gründe gefunden habe, eben doch nicht die Jacke mit Reißverschluss zu probieren 😉

Also habe ich erst einmal den Hoodie genäht. Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten (wenn man schon sehr lange keine Klamotten mehr gemacht hat, bekommt man offenbar Probleme, den Fadenlauf zu erkennen – ich hatte aber genug Stoff, und konnte doch noch alles richtig ausschneiden) war das Teil auch ruckzuck fertig.

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Kurz vor Schluss ist mir allerdings ein kleines Malheur mit der Öse passiert, aber das wurde im Nu wieder repariert 😉

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Das Video hätte man allerdings besser aufziehen können. Da immer zwischen Hoodie und Jacke hin- und hergesprungen wird, ist es schwierig, sich durchgehend und konzentriert mit einem Teil zu beschäftigen und wichtige Stellen erneut anzusehen, ohne lange suchen zu müssen. Gerade das Einnähen des Reißverschlusses in die Jacke sollte mit beiden RV-Seiten gezeigt werden. Einige Feinheiten, beispielsweise wo der RV unten am Bündchen enden muss und warum, erfährt man eher durch Zufall, nämlich wenn man aufmerksam verfolgt, wie die zweite Seite eingenäht wird. Außerdem wird sowohl beim Hoodie als auch bei der Jacke mit Besatz gearbeitet. Bei der Jacke gestaltet sich dieser aufwendiger und wird auch sehr gut besprochen. Beim Hoodie ist er nur an der Rückseite nötig und das Wissen um das Einnähen wird quasi vorausgesetzt. Selbst wenn man den Teil bei der Jacke genau unter die Lupe nimmt, ist noch nicht klar, ob und wie der Besatz beim Hoodie an der Schulternaht befestigt wird und wie das ganze dann am Ende aussehen muss. Mein Ergebnis hat jedenfalls gepasst, von der Außenseite konnte der Besatz dann auch gut abgesteppt werden.

Das Einnähen der Bündchen, bzw. die dazugehörige Overlock-Einstellung wird super erklärt, ich hatte noch nie ein so faltenfreies Ergebnis. Fühlt sich auch ganz toll an, wenn man reinschlüpft.

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Der Hoodie war also Mitte des Monats fertig, bzw. repariert und ich begann mit dem Zuschnitt der Jacke. Aus dem gestreiften Stoff habe ich mir letztes Jahr eine Jogginghose genäht und dachte mir, eine Jacke würde da noch gut dazu passen. Und am letzten Donnerstag bin ich dann endlich zum Nähen gekommen.

Die Jacke ist deutlich komplizierter als der Hoodie, alleine das Einnähen der halben Bündchen, der Kapuze mit dem hier kompletten Besatz und das Einnähen des Reißverschlusses erfordern viel Geduld. Außerdem Blut, Schweiß und Tränen. Wenn man dann ein tolles Teil hinbekommen hat, ist man leider noch nicht ganz fertig. Es fehlt das Absteppen des Reißverschlusses auf der Vorderseite. Damit der Reißverschluss quasi verdeckt ist, und der Besatz innen auch gut anliegt. Im Video wird an einer Vorderseite oberhalb des Bündchens begonnen und um die Kapuze herum bis zum Beginn des Bündchens am anderen Vorderteil genäht. Diese letzte Aktion kann dann das komplette Werk ruinieren…
Ich habe bestimmt zehnmal wieder aufgetrennt und von vorne begonnen, weil
– die Naht schief geworden ist,
– der RV nicht schön verdeckt wurde,
– Stiche plötzlich ausgelassen wurden weil die Nadel erneuert werden musste,
– der Besatz an mehreren Stellen nicht mit gefasst wurde,
– …
Beim letzten Versuch habe ich eine Linie mit dem „Air Erasable Pen“ aufgemalt und diese nachgenäht. Nicht um die Kapuze herum, nur die Vorderseite vom Bündchen bis zur Kapuze. Ein paar Falten sind zwar entstanden, aber Nerven zum erneuten Auftrennen waren keine mehr da. Muss jetzt so gehen. Die Kordel fehlt noch, aber das ist ja nur noch das Tüpfelchen auf dem i 🙂

Beim Besatz habe ich mir erlaubt, die Waschhinweise sozusagen mit einzunähen.

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Hier sieht man, wie der Reißverschluss sich oben sehr gut zwischen die seitlichen Vorderteile einfügt. Außerdem den Besatz innen am Armloch und von außen abgesteppt.

Die Taschen vorne fügen sich von den Streifen her perfekt in ihre Umgebung ein.

Fazit: In diesem Monat habe ich bei meiner Schnittmusterbereinigung sehr viel dazugelernt. Das Schnittmuster wurde dennoch entsorgt. Ich habe in meinen Dateien noch weitere Jackenschnittmuster entdeckt und auch wenn der Hoodie bei dem regnerischen und windigen Wetter ein toller Begleiter ist, werde ich mir eher eine andere Variante nähen. Dabei lernt man immer neue Sachen.

Außerdem habe ich Lust bekommen auf ein neues Großprojekt. Schon lange will ich ein Kleid aus Webware mit nahtverdecktem Reißverschluss nähen. Vielleicht ist es ja in diesem Sommer so weit?

Bis demnächst,
Sonja 😉

Schnittmusterbereinigung 3/12

Frederiks kaputter Bettdrache sollte eigentlich nur repariert werden. Ich hatte schon die Füllwatte herausgepult, alle eingerissenen orangenen Elemente entfernt, neue Teile zugeschnitten. Um dann festzustellen, dass es doch erheblich einfacher wäre, den kompletten Drachen neu zu erstellen. Also wurden auch noch alle Zacken und die Flügel feinsäuberlich abgetrennt – in der Hoffnung, diese wieder verwenden zu können.

Nachdem die neuen Segmente – dieses Mal alle dehnbar und aus Jersey – zugeschnitten waren, haben mir die alten Zacken farblich nicht mehr gefallen. Das Schnittmuster für den Bettdrachen war aber noch in einer Mappe vorhanden, so war es ein Leichtes, neue und farblich passende Zacken zu erstellen. Kopf und Hinterteil sowie die alten Flügel habe ich übernommen.

Meine genähten Bettrachen sind länger als die in der Anleitung. Es wurden 16 Segmente anstatt neun verwendet. Die Länge ist perfekt, um den kleinen Spalt zwischen Wand und Bett abzudichten, es fällt wesentlich weniger Spielzeug hinters Bett.

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Hier sieht man beide Bettdrachen. Benjamins (oben, noch im Originalzustand, auch hier wurden dehnbare und nicht dehnbare Stoffe verwendet) und Frederiks neue Version, entstanden aus Reststücken von Shirts und Kleidern.

Fazit: Ein Bettdrache ist eine prima Sache. An der Rückseite der Matratze hält er die Spielzeuge davon ab in der Versenkung zu verschwinden, vorne unter dem Spannbettlaken deponiert, kann er als Rausfallschutz dienen. Man kann damit prima um die Wette rennen und Kräfte erproben, indem man daran zieht. Er sollte in keinem Haushalt mit Kindern fehlen – und wenn man viel Füllwatte übrig hat, kann man sie da wunderbar verstauen.

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Die ausgeschnittenen Schnittteile habe ich dennoch entsorgt. Zwei Bettdrachen sind hier genug, einen weiteren werde ich bestimmt nicht machen. Und falls Benjamins auch einmal repariert werden muss, werde ich die Zacken einfach per Augenmaß ausschneiden, für die Segmente eignet sich wunderbar mein 6“ x 12“ Lineal 😉

Da fällt mir ein: Morgen erscheint ja schon der neue Block! Ich bin sehr gespannt welche Farben ich einsetzten darf.


Das sonnige Wochenende haben wir übrigens von morgens bis abends im Garten verbracht: es wurde auf der neuen Feuerschale gegrillt, Äste abgesägt, ein Igel im Winterschlaf entdeckt, Wasserspiele mit Luftpumpen veranstaltet, die Beete auf Vordermann gebracht, gekehrt, Fußball und Boule gespielt und bunte Eier an ein kleines Bäumchen gehängt.

Bis demnächst,
Sonja 😉