Laufend unterwegs

Mitten im fürchterlich langen, kalten Frühling 2023, der einfach nicht enden wollte, begann ich auf dem Radweg bis zum Waldrand und dann wieder zurück zu laufen. Das waren immerhin 1,4 km. Anfangs vollkommen ausreichend bei den kalten Temperaturen.

In den Pfingstferien waren es schon 3,2 km, die ich – mit Benjamin auf dem Rad als Begleitung – fast täglich absolvierte. Wir haben unterwegs Rehe auf der Wiese gesehen, hüpfende Hasen auf dem Waldweg und sogar einen überfahrenen Fuchs entdeckt. Bald war aber auch das zu wenig und eine Route mit 4 km wurde gefunden. Weitere Tiere kreuzten unseren Weg: Eine tote Maus, ein Bussard, Rehe im Wald ganz nah am Wanderweg, kaputte Vogeleier, eine Blindschleiche, eine Eidechse, sogar ein toter Dachs wurde neben dem Radweg gesichtet.

Bis zu unserem Sommerurlaub Mitte August war ich regelmäßig draußen unterwegs. Wenn man einmal merkt, wie gut das tut, kann man gar nicht mehr aufhören. Im September legte ich dann noch ein paar Meter drauf, die 5,1 km Strecke war gefunden.

Bis zum heutigen Tag habe ich so unglaubliche 667 km zurückgelegt.

Zu Beginn hatte ich nur vor, für meinen Einsatz im Waldseilgarten beim KISS-Aktiv-Camp etwas fitter zu werden. Das hat wunderbar funktioniert! Im Juli und August war das meine zweite Heimat. Vier Mal hatte ich die Gelegenheit zu Klettern und meinen neuen Sommerlieblingssport gefunden. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr 😊!

Mittlerweile werden die Schuhe fast jeden Tag geschnürt. Nur wenn es ganz arg stürmt und die Gefahr besteht, dass im Wald noch mehr umfällt, bleibe ich notgedrungen daheim. Regen hatte ich nur einmal, bei tiefem Matsch dürfen die Schuhe anschließend eine Runde in der Waschmaschine drehen. Meine Wetterapp ist außerdem ziemlich gut für spontane Ausflüge – wenn die anzeigt, dass in der nächsten Stunde kein Regen zu erwarten ist, dann geht es los.

Auf unserem Familientreffen Ende Oktober habe ich erfahren, dass die Verwandtschaft aus Attenhofen 1000 km zu Fuß im Jahr zurücklegt. Das werde ich für 2024 auch anpeilen.

Hier kommen Impressionen von Unterwegs im Juni.

Im Juli.

Im August.

Im September sah es so aus:

Der Oktober war immer noch viel zu trocken.

Im November wurde der Dachs überfahren, ein Sturm verursachte große Schäden im Wald.

Und im Dezember gab es zuerst Schnee, dann wieder Sonnenschein.

An die Weißenhorner Verwandtschaft: Es ist nie zu spät, mit regelmäßiger Bewegung anzufangen, eine Runde um den Block ist vollkommen ausreichend für den Anfang 😊.

Rutscht gut rein morgen! 2024 wird das Jahr, in dem ich mein rudimentär vorhandenes Schwedisch aufbessere. Wenn das mit der Bewegung so gut funktioniert, muss das auch mit einer neuen Sprache klappen. Außerdem ist ein Quiltalong geplant (Positivities von Rachel Hauser, da konnte ich einfach nicht widerstehen) und zwei Sachen, die hier schon länger schlummern werden auch in Angriff genommen.

Bis demnächst,
Sonja 😉

Nach dem Sturm

So etwas wie gestern Abend haben wir noch nie erlebt. Der Tag war sonnig, wir haben uns draußen aufgehalten, die Kinder haben überwiegend Fußball im Garten gespielt. Gegen 17 Uhr zogen dunkle Wolken auf, eine halbe Stunde später haben beide Warnapps vor Gewitter, Starkregen und Hagelschauer mit Körnern von bis zu 3 cm Größe gewarnt. Schnell wurde im Garten alles verstaut und gesichert, tragbare Hochbeete im Schuppen untergestellt, die Autos mussten leider draußen stehen bleiben.

Wir haben uns auf den vorderen Balkon gestellt, um die Blitze besser sehen zu können. Die Wolken sahen sehr düster aus, im Hintergrund war schon zu erkennen, dass es ein paar Kilometer entfernt stark regnete. Kurz nach 18 Uhr kam unsere Nachbarin in den Garten und rief zu uns hoch, dass bei ihrer Schwester in Illerzell 5 cm große Hagelkörner im Garten liegen und alles weiß ist. Erst schüttelten wir ungläubig den Kopf. Der dann einsetzende Lärm zeigte uns aber, dass wir auch gleich in den Genuss dieses Spektakels kommen sollten. Ein dumpfes Grollen kam immer näher. Eigentlich hörte es sich an, als ob Ziegelsteine auf Dächer fallen.

8 Minuten später war auch hier alles weiß. Die großen Hagelkörner, die beim Aufklatschen zersprangen wurden ersetzt durch Kleinere, die einigen Schaden im Teich und der gerade gewachsenen Blütenpracht anrichteten.

Außerdem wurde die Hälfte meines erst vor 2 Tagen eingepflanzten Blutampfers abgeschlagen. Die eingesammelten Blätter landeten heute gleich im Salat.

Der restliche Monat darf es wettermäßig etwas ruhiger angehen lassen!

Bis demnächst,
Sonja 😉

Frohe Ostern

Ganz ohne die typischen Rituale haben wir dieses Jahr das Osterfest verbracht. Wobei – am Karfreitag haben die Kinder mit Onkel Martin und Oma Haia Ostereier gefärbt. Das war aber auch die einzige Tradition. Wir haben festgestellt, dass auch braune Eier wunderbar gefärbt werden können.
Ausgefallen sind in diesem Jahr das Backen von Hase und Lamm, dafür gab es einen Hasen mit Mohnfüllung. Garten und Haus wurde nicht dekoriert, selbst in der Schule wurden nur die Osternester für den letzten Schultag gebastelt.

Dafür haben wir die erste Woche der Osterferien mit Erholen, Fußballspielen und Zahnarzt-Prophylaxe-Besuchen verbracht. Außerdem war Frederiks Freundin Marla da und hat mit mir zusammen einen Rock genäht. Zum 9. Geburtstag hat sie eine Nähmaschine bekommen, da dachten wir, dass ein kleines Projekt genau das Richtige zum Üben wäre. Vor kurzem ist sie 10 geworden, und weil der Gutschein noch nicht eingelöst war, haben wir ihn kurzerhand verlängert. Am letzten Wochenende hat Marlas Mama auf dem holländischen Stoffmarkt das Material für einen Tüllrock erstanden, auf die Anleitung konnte man über einen QR-Code zugreifen. Beim Nähen hat sich gezeigt, dass dort einige Sachen nicht stimmen können, die Anleitung ist für Anfänger gänzlich ungeeignet. Es wurde mehrmals dazu geraten einen Geradstich mit Stichlänge 2,5 cm zu verwenden. Das Annähen des Gummibandes wurde mit dem Satz „Das Bauchgummi wird nun mit dem Geradstich (Stichlänge 2,5cm) einfach von oben an den gerafften Rock genäht.“ beschrieben. Da musste ganz schön gezogen werden, damit sich das Gummiband auch an den Rockumfang anpasst, vor allem haben wir einen Zickzackstich zum Annähen verwendet, er soll ja nicht bei erster Gelegenheit reißen. Der Rock ist trotzdem schön geworden, Marla hat sogar ein paar Nähte gekonnt mit der Overlock zusammen genäht.

In der letzten Woche wurde auch die Picknickdecke fertig gestellt, die ich für einen ganz besonderen Tag benötigen werde: Am 23.05 macht die gesamte Schule einen Ausflug ins Bauernhofmuseum Illerbeuren. Ich fahre natürlich auch mit und hoffe, neben den ganzen Aktionen und Führungen ein paar ruhige Minuten auf der Picknickdecke genießen zu können.

Die Entscheidung, mitzufahren ist mir nicht sehr schwer gefallen. Obwohl ein komplett freier Tag an meinem Geburtstag bestimmt auch etwas für sich gehabt hätte. Aber noch sind beide Kinder an der Schule und das sollte man ausnutzen. Zudem haben sich beide gefreut, als sie erfahren haben, dass ich auch dabei bin.

Das Top des Bloomalong aus dem letzten Jahr habe ich mit dem Wellenstich auf einer Schicht Thermolam fixiert. Da wurde dann rundum rechts auf rechts auf beschichtete Baumwolle aufgenäht. Versehen mit einem Tragegriff und zwei Gurtschlaufen zum komfortablen zusammenrollen.

Gestern früh um halb sieben bin ich – begleitet von Vogelgezwitscher und Kirchenglocken – durch den Garten gelaufen und habe 38 kleine Eier an den unterschiedlichsten Stellen versteckt. Und zwei Legopakete, die sich die Jungs schon im Februar gewünscht haben. Die Suche um 10 Uhr war nicht so leicht wie sonst. Die Eier waren größtenteils über 1,50 Meter drapiert, die Jungs suchten aber vor allem den Boden ab. Aber alle 38 Eier sind wieder aufgetaucht, keines war in der Zwischenzeit geschmolzen. Am Nachmittag haben wir noch in der Thingstraße gesucht, Cousine Lisa war kurz bei uns und heute Vormittag gab es Brunch mit der anderen Hälfte der Verwandtschaft. Es war so schön draußen, dass wir drei Stunden vor dem Teich in der Sonne gesessen sind – nachdem der Fußball an einer Rose sein Ende gefunden hatte…

Ihr habt die Feiertage hoffentlich auch mit Frühlingswetter und einer aufregenden Eiersuche verbracht!

Bis demnächst,
Sonja 😉

Auf ein Neues

Ihr seid hoffentlich alle gut in dieses Jahr hineingerutscht – hier hat es selbstgemachte Pizza gegeben und im Viertel wurde ein sehr schönes Feuerwerk gezündet.

Bereits am 30. Dezember bin ich auf die Idee gekommen, das Atelier wieder auf Vordermann zu bringen. In den letzten Wochen musste ich immer mehr Zeit mit der Suche nach den einfachsten Dingen verbringen. Manche hatte ich kurz davor noch in der Hand, plötzlich waren sie unauffindbar verschwunden.

Der Plan war, mit dem kleinen Rollschrank zu beginnen. Das hat natürlich nicht funktioniert. Als der fertig war herrschte bereits das Chaos, weil natürlich auch alle anderen Regale, Schubladen und Schränke im Atelier mit eingebunden waren.

Und so wurde bis zum 2. Januar alles auseinandergenommen, viel entsorgt, sortiert, beschriftet und wieder eingeräumt. Verschollen geglaubte Werkzeuge tauchten wieder auf. Außerdem Teile von Utensilos, die bereits aus Resten zugeschnitten waren und nur auf die Fertigstellung warteten.

Der aufgeräumte Nähtisch hat mir so eine Energie verliehen, dass bereits drei Hosen repariert wurden, mehrere Geschenketaschen aus Stoff und aus Snappap entstanden sind und ich an meiner Bloom-Along Picknickdecke weitergekommen bin.

Dieser Schwung wird hoffentlich noch bis Ende Januar erhalten bleiben, ich habe vor, so viel wie möglich mit den Dingen anzustellen, die hier in den letzten Tagen halbfertig entdeckt wurden. Und erst im Februar wird dann wieder etwas Neues begonnen – Ideen sind schon vorhanden 🙂


In diesen Ferien haben wir uns sehr gut erholt. Bei frühlingshaften Temperaturen haben wir einen Spaziergang am Waldrand und entlang des Krippenwegs gemacht.

Gestern Abend waren wir zwei Stunden im Nautilla. Es macht eine Freude, den Jungs beim Schwimmen zuzusehen!

Heute haben wir einen Ausflug ins „explorhino“ nach Aalen gemacht. Dort gibt es für Groß und Klein sehr viele Experimente zum Ausprobieren und Staunen. Sieht man ratlos oder bereits verzweifelt aus, bekommt man von den Mitarbeitern jederzeit Tipps und Tricks, um der Lösung des Rätsels doch noch ein bisschen näher zu kommen.

Bis demnächst,
Sonja 😉